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Vom Amazonas höchstselbst...

(Der folgende Text ist über mehrere Tage hinweg entstanden)

... mittschiffs auf dem Hauptdeck unserer Saúde e Alegria melde ich mich diesmal, wieder mit einer GPS-Positionsmeldung:


S 02°24.230

W055°10.961


Wenn der geneigte Leser diese Informationen bei Google-Earth eingibt, sollte er eine kleine Landzunge nahe der Rio-Arapiuns-Mündung in den Rio Tapajos vielleicht 20 km südwestlich der Stadt Santarém lokalisieren. Internetverbindung habe ich nicht, obwohl sie über das roamende Handy konstruierbar sein sollte. Das aber nähme uns die Illusion, in der wirklichen Wildnis gewesen zu sein. Und unter der stehen wir noch völlig! Gleichwohl ist heute der letzte ganze Tag unserer „Amazonas-Expedition“. Wir haben vorgestern abgelegt, vom Badeort Alter do Chao und sind zunächst den Tapajós-Fluss hinunter nach Norden gefahren, um dann mit unserem stolzen Schiff, der „Saúde e Alegria“ (dt. Gesundheit und Lebensfreude), nach Westen in die Mündung des Arapiuns einzubiegen. Beide Flüsse weisen dunkles, klares Wasser mit wenig organischem Material auf. Das hat zur Folge, dass es wenig Mosquitos und andere Plagegeister gibt. Schon am ersten Tag legten wir am Dorf Aná an. Die DorfbewohnerInnen zeigten uns ihre Lebensrealität und am Abend fuhr das Schiff in eine nahegelegene traumhafte Lagune, wo wir Sonnenuntergang und Badefreuden genossen. Mitten in der Nacht brach ein Tropensturm über das ankernde Schiff herein, in dessen Oberdeck wir wie die Sardinen nebeneinander in Hängematten übernachteten. Am folgenden Morgen zeigten uns die BewohnerInnen von Aná, wie sie versuchen durch Fischzucht ihre Lebenslage zu verbessern. Nach einem Grillen am Strand brachen wir zum Dorf Atodí auf. Das Überqueren des Flusses ähnelt einer Überfahrt über den Bodensee in Längsrichtung. Dabei sind wir nur im Nebenfluss eines Nebenflusses des Amazonas. In Atodí gibt es ein Gästehaus, der Beginn eines sich zögerlich entwickelnden Tourismus, welcher die marginalisierten LandbewohnerInnen hier im ländlichen Norden Brasiliens an einer zunehmenden touristischen Wertschöpfung beteiligen soll. Über die Hintergründe wäre an anderer Stelle genauer zu berichten. Wer die Grundinformationen zu dieser Form des „sanften“ Tourismus haben will, dem sei die Website der Veranstalter-NRO empfohlen, Saúde e Alegria in Santarem. Der Aufenthalt in Atodí wurde am folgenden Tag mit einem Rundgang auf dem etwa 10 km langen Wanderweg der Gemeinde vorbei an den typischen „Brot“-Pflanzen der FlussuferbewohnerInnen fortgesetzt. Essen gab es jeweils in Hülle und Fülle im Gästehaus. Den Abend verbrachten wir an einem Sandriff mitten im Nirgendwo (eben dem eingangs dieses Beitrags genannten Standorts). Der letzte Tag bestand in einem Besuch im Weiler Arimun. Hier stand vor allem die Kenntnis der traditionellen Heilpflanzen im Vordergrund. Die Tour endete dann mit einem „Workshop“ in lokalem Kunsthandwerk.


Sabine und Eva Maria haben bereits mit sehr viel mehr Details über die Dörfer berichtet. Inzwischen sind wir wieder in Alter do Chao angekommen. Heute ist der letzte Tag in Brasilien. Morgen beginnt die mühselige Heimreise über Sao Paulo. Untergekommen sind wir für die letzten drei Nächte im Albergue da Floresta. In einem klitzekleinen Stückchen Urwald stehen verschiedene Unterkünfte zerstreut, so dass sich die Hitze phantastisch aushalten lässt.


Wenn ich wieder zuhause angekommen bin, gibt es dem Blog noch viel hinzuzufügen. Gott sei Dank bleiben vor dem Wiedereinstieg in den Stress des Jobs noch einige Tage Zeit.


Text abgeschlossen von Anselm am 26.7.2012, 13:49 h in Alter do Chao.

27.7.12 00:54
 
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