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Manaus, die quirlige Großstadt am Amazonas

Nun sind wir endlich da: am Amazonas! Irgendwie für mehrere von uns wie die Erfüllung eines Traumes. Ein unglaublicher Fluss. Eine laute, volle, quirlige, stickige Stadt. Heute ist schon unser dritter Tag hier – wir lassen uns immer wieder treiben durch die Straßen voller kleiner Verkaufstände, voller Autos, Menschen, Stimmen, Geschäftigkeit, Abgasen, Gerüchen, Hitze. Im Markt eine Vielzahl von unbekanntem Gemüse und Früchten und von nie gesehen Fischen. Am Hafen die typischen 2-3 stöckigen Amazonasboote: unten werden die Berge von Waren gestapelt, oben hängen die Passagiere ihre Hängematten ein. Und überall werden im Bereich des Zentrums am Hafenufer von kleinen und mittleren Booten schier unendliche Mengen von Waren runter oder  aufgeladen Alles wie im Film und dennoch ganz real.

Und mitten in dieser wabernden Stadt steht das prunkvolle Teatro Amazonas: das kunstvolle Relikt aus der kurzen wirtschaftlichen Blütezeit des Kautschuk – da war Manaus einmal für kurze Zeit die reichste Stadt der Welt. Imposant und fremd zugleich. Bei der Führung ins Innere kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hier haben sich die Reichen der damaligen Zeit eine eigene Welt geschaffen – quasi alle Baumaterialien stammen aus diversen Ländern Europas. Prunk, Pracht, Schönheit – und dennoch stinkt es leicht nach Feuchtigkeit, die alles zerfrisst. Wirklich genießen oder bewundern kann ich es nicht, zu sehr habe ich mich seit langem mit den Kehrseiten des (kolonialen) Reichtums beschäftigt. Aber staunen kann ich sehr.

Und vor dem Theater ein wunderbarer großer Platz mit schattigen Bäumen, abends am Rand Straßenbars, jeden Abend irgendwo Live-Musik. Umgeben von schönen kleinen renovierten Häusern aus der „guten alten Zeit“ – oft durchmischt mit Hochhäusern, die nach unseren Augen nur als hässlich zu bezeichnen sind. Die Stadt ist ein einziges Durcheinander von Hochhäusern und  Hütten, Pracht und Verfall. Das Teatro mit dem freien Platz wirkt fast wie ein Ruhepol mitten drin. 

Unser kleines Hotel liegt ganz nah am Platz. Wir mussten erstmal tief Luft holen, als wir die Enge der kleinen Zimmer sahen. Aber nun haben wir uns längst dran gewöhnt und sind froh, ausgerechnet hier gelandet zu sein. Es gibt keine Bäder an den Zimmern sondern gemeinschaftliche Waschanlagen im Flut. Alles klein, nett, freundlich eingerichtet und mit sehr freundlichem Personal. Und die Krönung: oben gibt es eine Dachterrasse mit direktem Blick auf das Teatro. In der Küche können wir uns jeden Abend unsere eigene Caipirinha machen  So sitzen wir jeden Abend auf der Terrasse. Und jeden Abend kann ich es kaum fassen, dass wir hier und diesem Ort sind. Einfach wunderbar

Von der Bootstour zum „encontro das aguas“ oder dem Besuch beim Bischof berichten hoffentlich andere hier im Blog. Ich freue mich nun nach den drei Tagen langsam sehr auf die Ruhe der bevorstehenden Schiffsreise auf dem Amazonas. Mit dem Internet ist es hier schon schwierig, so dass ich diesen Text in Word quasi vorschreibe. In den nächsten Tagen wird es vermutlich noch schwieriger bis unmöglich. Auch mal okay wenn nicht sogar gut so!

Eva-Maria

Nachträglich eingestellt in Alter do Chao am 20.7.2012, 15:08 Ortszeit.

20.7.12 20:09
 
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