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Ob uns noch ein vollständiges Gruppenbild gelingt ?

Und wer fehlt auf diesem Gruppenbild ?

 

Eingestellt von Anselm am 26.7. um 20:03 Ortszeit (als in Europa schon der 27. war ...)

27.7.12 01:03


In diesem Urwaldhotel ...

verbringen wir die letzten Stunden am Amazonas

 

In friedlciher Ruhe gelingt es noch ein bischen abzuhängen.

 

 

27.7.12 01:02


Vom Amazonas höchstselbst...

(Der folgende Text ist über mehrere Tage hinweg entstanden)

... mittschiffs auf dem Hauptdeck unserer Saúde e Alegria melde ich mich diesmal, wieder mit einer GPS-Positionsmeldung:


S 02°24.230

W055°10.961


Wenn der geneigte Leser diese Informationen bei Google-Earth eingibt, sollte er eine kleine Landzunge nahe der Rio-Arapiuns-Mündung in den Rio Tapajos vielleicht 20 km südwestlich der Stadt Santarém lokalisieren. Internetverbindung habe ich nicht, obwohl sie über das roamende Handy konstruierbar sein sollte. Das aber nähme uns die Illusion, in der wirklichen Wildnis gewesen zu sein. Und unter der stehen wir noch völlig! Gleichwohl ist heute der letzte ganze Tag unserer „Amazonas-Expedition“. Wir haben vorgestern abgelegt, vom Badeort Alter do Chao und sind zunächst den Tapajós-Fluss hinunter nach Norden gefahren, um dann mit unserem stolzen Schiff, der „Saúde e Alegria“ (dt. Gesundheit und Lebensfreude), nach Westen in die Mündung des Arapiuns einzubiegen. Beide Flüsse weisen dunkles, klares Wasser mit wenig organischem Material auf. Das hat zur Folge, dass es wenig Mosquitos und andere Plagegeister gibt. Schon am ersten Tag legten wir am Dorf Aná an. Die DorfbewohnerInnen zeigten uns ihre Lebensrealität und am Abend fuhr das Schiff in eine nahegelegene traumhafte Lagune, wo wir Sonnenuntergang und Badefreuden genossen. Mitten in der Nacht brach ein Tropensturm über das ankernde Schiff herein, in dessen Oberdeck wir wie die Sardinen nebeneinander in Hängematten übernachteten. Am folgenden Morgen zeigten uns die BewohnerInnen von Aná, wie sie versuchen durch Fischzucht ihre Lebenslage zu verbessern. Nach einem Grillen am Strand brachen wir zum Dorf Atodí auf. Das Überqueren des Flusses ähnelt einer Überfahrt über den Bodensee in Längsrichtung. Dabei sind wir nur im Nebenfluss eines Nebenflusses des Amazonas. In Atodí gibt es ein Gästehaus, der Beginn eines sich zögerlich entwickelnden Tourismus, welcher die marginalisierten LandbewohnerInnen hier im ländlichen Norden Brasiliens an einer zunehmenden touristischen Wertschöpfung beteiligen soll. Über die Hintergründe wäre an anderer Stelle genauer zu berichten. Wer die Grundinformationen zu dieser Form des „sanften“ Tourismus haben will, dem sei die Website der Veranstalter-NRO empfohlen, Saúde e Alegria in Santarem. Der Aufenthalt in Atodí wurde am folgenden Tag mit einem Rundgang auf dem etwa 10 km langen Wanderweg der Gemeinde vorbei an den typischen „Brot“-Pflanzen der FlussuferbewohnerInnen fortgesetzt. Essen gab es jeweils in Hülle und Fülle im Gästehaus. Den Abend verbrachten wir an einem Sandriff mitten im Nirgendwo (eben dem eingangs dieses Beitrags genannten Standorts). Der letzte Tag bestand in einem Besuch im Weiler Arimun. Hier stand vor allem die Kenntnis der traditionellen Heilpflanzen im Vordergrund. Die Tour endete dann mit einem „Workshop“ in lokalem Kunsthandwerk.


Sabine und Eva Maria haben bereits mit sehr viel mehr Details über die Dörfer berichtet. Inzwischen sind wir wieder in Alter do Chao angekommen. Heute ist der letzte Tag in Brasilien. Morgen beginnt die mühselige Heimreise über Sao Paulo. Untergekommen sind wir für die letzten drei Nächte im Albergue da Floresta. In einem klitzekleinen Stückchen Urwald stehen verschiedene Unterkünfte zerstreut, so dass sich die Hitze phantastisch aushalten lässt.


Wenn ich wieder zuhause angekommen bin, gibt es dem Blog noch viel hinzuzufügen. Gott sei Dank bleiben vor dem Wiedereinstieg in den Stress des Jobs noch einige Tage Zeit.


Text abgeschlossen von Anselm am 26.7.2012, 13:49 h in Alter do Chao.

27.7.12 00:54


Wehmut

Ich sitze auf dem Dorflatz in Alter de Chao. Anse hat eben unsere Flüge vorbereitet, das heißt wir haben eingecheckt. Morgen erwarten uns viele Flugstunden, zuletzt 12 über den Atlantik. Ich freue mich auf zu Hause, geniese die letzte Abendstommung. Heute haben Johanna, Jan-Martin, Burkhard und ich auf der Halbinsel nochmal das Wasser genossen. So ein weiches warmes Wasser werde ich wohl inDeutschland nicht finden. Bis demnächst. Sabine, Donnerstag abend
27.7.12 00:48


Die Reise geht langsam zuende

Heute ist Abhängen und Ausklingen angesagt.

Der Himmel bedeckt, angenehm wenig Schweißausbrüche.

Wir schlendern durch den Ort und den Tag - und langsam kommen erste Gedanken an die Rückfahrt auf.

Um ins Internet zu kommen sitzen wir hier auf dem Dorfplatz: am besten sitzt man in der richtigen Richtung zum Mast, dann klappt das WLAN, das hier in der Dorfmitte am besten funktioniert. 

Unsere letzte Herberge: eine Art Hostel unter lauter Bäumen - ein schöner Ort zum Ausklingen lassen. Sogar eine Selbstversorgerküche, so dass wir zum ersten Mal in dieser Zeit unser Frühstück selber gemacht haben - und dafür kräftig im einzigen Suoermarkt eingekauft haben. Und angenehm: im Gegensatz zum ersten Tag, den wir vor der Schiffsreise an einem Freitag hier verbracht haben, schlendern hier nur ein paar lateinamerikanische Artesanos und ein paar einzelne Rucksacktouristen durch den Ort. Die "Städter" aus Santarem, die mit ihren Autos und Schwimmsachen an den Wochenenden einfallen, sind alle brav zuhause in Santarem geblieben.

Grüße nach Deutschland - und allen, die uns eine nette Nachricht hier irgendwann hinterlassen haben, tausend Dank. Es war und ist immer schön, mal ein solches Lebenszeichen zu bekommen.

25.7.2012 (Uhrzeit unbekannt, da meine Uhr tief im gepäck vergraben ist - aber es ist wohl um die Mittagszeit, sagt der Bauch)

Eva-Maria

25.7.12 20:02


Auf unserer Schiffsreise II

Ende des vierten Tages: wir fahren gerade zurück nach Alter do Chao. Dass ich nicht mal zum schreiben gekommen bin, zeigt wie voll diese Tage waren. Und dennoch voller Ruhe und Entspannung. Wie oft haben wir an Sandstränden gebadet und wie viele Stunden haben wir still in der Hängematte geschaukelt. Welche wunderbaren Sternenhimmel und welch gleißende Sonne. Den Versuch, dies im Blog zu beschreiben, breche ich gleich wieder ab. Aber hier die Themen der beiden Dörfer aus den letzten drei Tagen:

 Atodí:

-         das große Gästehausprojekt

-         die Vorstellung ihrer Pläne für ihr Tourismusprojekt

-         Manioka-Anbau und der Verarbeitungsprozess zu Maniokmehl

-          Das Abendessen im Gästehaus

-         die lange Wanderung durch den Regenwald (ca. 10 km) mit wechselnden Waldregionen, den Kastanienbäumen, dem Mammutbaum, dem Kautschuk, den Ausblick über den Regenwald all den Früchten und Pflanzen

-         das Baden im kühlen „Waldfluss“

-         Rückfahrt mit den Booten zum Dorf

-         Mittagessen im Gästehaus und Verkauf von Maniokprodukten

Nachmittag und Abend/Nacht an einem einsamen Sandstrand mit in der Sandmulde gerilltem Fisch

Arimum

-         Medizin-Weg (Kräuter, Baumrinde, Baumsäfte) mit der alten Hebamme

-         Flechten der Palmdächer

-         Boote und Baden

-         Schule und Indigenen-Schule, die wir nicht betreten durften

-         Mittagessen in der Gemeinschaftshütte

-         Flechtwerkstatt (treditionelles Kunsthandwerk): die Frauen und Jungen  bringen uns die Grundtechnik bei

Erwähnenswert zum Abschluß. Die üpppigen Mahlzeiten auf unserem Boot, die schier nie endenden frischen Säfte, die angenehme ruhige Reiseleitung von Andrea, die nette Schiffsbesatzung, die beiden Küchenfrauen.

24.7.2012, Eva-Maria und Sabine

25.7.12 19:09


Auf unserer Schiffsreise I

Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass ich diese Fahrt sicher nicht so einfach ein Worte fassen kann. Und so ist es wirklich: die Eindrücke der Natur lassen sich eher mit Bildern als mit Worten beschreiben. Und auch die Bilder werden nur einen Teil der Stimmung andeuten. Die Weite des Flusses, der Sandstrand im Sonnenuntergang – das schafft kein Postkartenverlag.

Festhalten will ich daher eher ein paar Fakten und die Themen unserer Ausflüge. Auf dem Schiff sind wir 21 Personen. Unsere Gruppe: ein älteres Ehepaar aus Paris (sie ist Amerikanerin), ein jüngeres Paar aus Frankreich (sie ist Brasilianerin), 4 brasilianische Touristen, wir sieben. Dann Andrea, die Reiseleiterin von Saude e Alegria, Bea, die brasilianische Übersetzerin, die aber leider oft sehr wenig bzw. schlecht übersetzt, drei Schiffsleute, 2 Köchinnen. Wir haben 2 Etagen: unten stehen tagsüber die Tische für alle Mahlzeiten, abends werden hier Hängematten aufgehängt, oben hängen 10 Matten die ganze Zeit über aufgespannt. Der Platz ist nicht gerade üppig aber ausreichend, Rückzugsort ist vor allem die Hängematte.

Gestern sind wir morgens in Alter do Chao aufgebrochen und gleich losgefahren Richtung Rio Arupins. Nach mehreren Stunden der erste Zwischenstopp: eine Sandbank zum Baden, Dann ging´s zum Dorf Ana. Dort erwartete uns die „Gruppe Ökotourismus“: die Präsidentin der Communidade (wir würden sie eher als Bürgermeisterin bezeichnen) und 4 Männer. Nach einer herzlichen Begrüßung und Einzelvorstellung aller ging´s  los durch das Dorf bis zu einem schattigen Platz am („gefühlten&ldquo Dorfrand, wo uns weitere BewohnerInnen erwarteten. Von den vielen Dingen, die sie uns erzählt oder gezeigt haben, nenne ich hier nur die Stichworte:

-         die erzählten, mythologischen Geschichten (Ursprung der Gemeinschaft, die große Schlange und zwei weitere)

-         Einführung in die verschiedenen Manioksorten und die unterschiedlichen Produkte, die sich herstellen lassen

-         die Heilkräuter

-         die Bienenzucht einiger Familien und der leckere Honig

-         die Pflanzen und Früchte unterwegs

-         die Fischzucht, die von einer Gruppe betrieben wird

-         die Herstellung von organischem Fischfutter, die eine Frauengruppe unter sich hat

-         die Hausbauprogramme der Regierung und die Umsetzung durch die Gemeinschaf

-         der Pranger, der auch tatsächlich noch als solcher genutzt wird und effektiver schint, als wenn jemand von der Polizei mitgenommen werden muss

-         die großen Überschwemmungen 2009 und in diesem Jahr

-         die Brunnenanlage, die die Gesundheit im Dorf wesentlich verbessert hat.

Die Bürgermeisterin ist eine selbstbewußte, starke Frau, die anscheinend noch viele Visionen für ihr Dorf hat. Aber auch die anderen aus der „Ecoturismo-Gruppe“ sind Leute, die uns von ihrer Lebensweise und ihren Produkten mit großer Selbstverständlichkeit, mit Geduld und Selbstbewusstsein erzählen. Natürlich fühlen wir uns fremd und fragen uns manchmal, was nun für uns Touristen bsonders arrangiert ist. Aber es bleibt vor allem das Gefühl, dass wir hier viel von einer uns ja völlig unbekannten Welt entdecken können.

Und unser Schiffsleben ist eine gute Mischung aus Ausflügen ins Dorf, Ruhepausen, Bademöglichkeiten, immer wieder leckerem Essen…nur an das anhaltende Dröhnen des Motors kann ich mich schwer gewöhnen, vor allem als er getsren abend erst ausging als alle in ihren Matten lagen und kein Licht mehr notwendig war.

Im Moment fahren wir auf dem Fluß weiter zum nächsten Dorf unseres Reiseprogrammes. Der Fluß erscheint mir hier mindestens 5 mal so breit wie der Rhein. Und auf der Landkarte ist klar, dass wir in einen „kleinen“ Nebenfluß des Hauptstromes einfahren. Am Ufer nur Grün, Grün, Grün – ab und zu mal ein paar Häuser.

22.7.2012, Eva-Maria

25.7.12 19:08


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